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Wundversorgung bei Kindern

Wundversorgung bei Kindern

Abschürfungen, blaue Flecken oder auch einmal eine Platzwunde – Kinder testen beim Spielen und Toben durchaus ihre Grenzen aus. Sie brauchen deshalb nicht in Selbstvorwürfen zu versinken, wenn es zu einer Verletzung kommt, es ist unvermeidlich und passiert häufiger, als Sie glauben. Wichtig ist, dass im Notfall umgehend richtig reagiert wird und die Blessuren richtig verarztet werden. Dann braucht es noch eine Runde Trost, und schon geht es meistens wieder munter weiter – und das ist auch gut so.

Im heutigen Artikel dreht sich alles darum, wie Wunden bei Kindern richtig behandelt werden. Ausserdem haben wir noch zwei themenverwandte interessante Artikel für Sie, einmal zum Thema Wunden allgemein und ein weiterer zum Thema Verbrennungen erscheint demnächst.

Schreck ist oft grösser als die Verletzung

Keine Panik verbreiten, das sagt sich so leicht, wenn es nicht das eigene Kind ist, das gerade einen Stunt mit dem Kinderfahrrad hingelegt hat. Das Kind erschrickt extrem und tut dies auch entsprechend laut kund. Kontraproduktiv ist es, wenn Sie als Elternteil nun ebenfalls hektisch, panisch oder sogar ärgerlich reagieren, denn dann schraubt sich die Gefühlsspirale immer weiter nach oben. Beruhigen und trösten steht an erster Stelle, auch dann, wenn der Unfall vermeidbar gewesen wäre und Sie zigmal gesagt haben, dass die Kerzenflamme heiss ist oder die Katze ungehalten reagiert, wenn sie beim Fressen gestört wird. Je nach Alter des Kindes sind nun Entertainerqualitäten gefragt, erlaubt ist, was ablenkt, ob das nun Grimassenschneiden oder ein albernes Lied vorsingen ist.

Kleine Schürf- und Schnittwunden versorgen

Schürfwunden sind bei Kindern oft mit Erde, Sand oder Kies etc. verunreinigt. Diese sollten unter fliessendem, lauwarmem Wasser gereinigt werden. Hängt ein Kieselstein fest, entfernen Sie ihn mit einer sterilen Pinzette. Ansonsten gilt, die Wunde möglichst nicht berühren.

Anschliessend wird die Wunde desinfiziert, bei Kindern gilt es natürlich darauf zu achten, dass der verwendete Desinfektionsspray nicht auf der Wunde brennt, also keinen Alkohol enthält. Manche von uns erinnern sich vielleicht noch mit Schaudern an die eigene Kindheit, wenn Eltern oder Grosseltern erst einmal eine halbe Flasche Schnaps über die Wunde gekippt haben zur Desinfektion, was deutlich mehr gebrannt hat als die Wunde selbst. Und wenn die Wundversorgung schmerzhaft ist, kann die nächste Wunde zum Problem für alle Beteiligten werden.

Nehmen Sie auch bitte Abstand von diversen anderen Hausmitteln mancher Omas, wie Mehl, Öl, Honig oder fingerdickes Auftragen von Wundcreme. Anschliessend sollte die Wunde je nach Grösse mit einem Pflaster oder einem Wundschnellverband keimfrei abgedeckt werden. Wenn Sie dabei auch noch ein buntes Kinderpflaster aus der Tasche zaubern, trocknen die Tränen meistens noch eine Spur schneller.

Auch eine kleine Schnittverletzung braucht üblicherweise nur an den Schnitträndern leicht zusammengeführt und mit einem Pflaster versorgt werden und heilt in kurzer Zeit von selbst wieder. Grössere Schnitte können mit Steri Strips verarztet werden, dazu platzieren Sie einen Strip über die Mitte der Wunde und arbeiten sich an beiden Seiten des Schnittes im Abstand von 3 mm fort, bis der Schnitt komplett abgedeckt ist. Je ein Streifen kann noch parallel zum Schnitt über die Ränder der aufgeklebten Steri Strips gegeben werden für den besseren Halt.

Quetschungen und blaue Flecken werden am besten durch Kühlung behandelt, aber nur so lange, wie es für das Kind angenehm ist und keinesfalls länger als fünf Minuten am Stück.

 

Wunden ab 5 mm Tiefe ärztlich behandeln

Sollte die Wunde grösser sein bzw. tiefer als 5 mm und stark bluten, muss ein Druckverband angelegt und ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Manchmal reicht es, mehrere sterile Tupfer auf die Wunde zu legen und diese mit einer Gazebinde oder einer elastischen Binde zu verbinden. Mit etwas Zug auf die Binde wird ein leichter Druck auf die Wunde ausgeübt und die Blutung wird schneller gestillt.

Reicht dieses Vorgehen nicht aus, sollten Sie nach der ersten Umwicklung der Wunde ein Verbandspäckchen über die Wunde legen und den restlichen Verband straff darum wickeln. Geben Sie acht, dass Sie nicht zu stark abbinden, es soll keinesfalls zur Blaufärbung der Gliedmassen kommen.

Das Entfernen von Fremdkörpern, welche schwer zu entfernen sind, sollten Sie ebenfalls medizinischem Fachpersonal überlassen, da die Blutung sonst noch verstärkt werden kann.

Erklären Sie Ihrem Kind immer genau jeden Schritt, was Sie gerade tun und warum Sie es tun. So wird es ins Geschehen miteinbezogen, das nimmt die Angst und beim nächsten Wehwehchen weiss es schon genau, was es nun erwartet und dass das dann gar nicht mehr so schlimm ist.

In jedem Fall benötigt Ihr Kind ärztliche Hilfe, wenn:

  • die Wunde stark verschmutzt ist und/oder stark blutet
  • ein Tierbiss vorliegt
  • Fremdkörper wie Glassplitter oder Nägel in der Wunde stecken
  • Wunden im Gesicht- oder Genitalbereich passieren
  • Verletzungen der Augen

Auf die Wundnachsorge achten

Da für Kinder der Zwischenfall nach der Versorgung meistens erledigt ist, gilt es für Sie, die Heilung der Wunde im Auge zu behalten. Rötungen, Entzündungen oder eine lange Heilungsdauer werden vom Kind oft nicht beachtet. In diesem Fall ist nachträglich noch ein Arztbesuch notwendig, damit sich die Infektion nicht im Körper ausbreitet.

Autorin: Doris Gapp
Quellen: vitagate.ch

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