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Wunden: Wie behandle ich sie richtig?

Wunden: Wie behandle ich sie richtig?

Eine Wunde entsteht, wenn die Haut durch äussere Einflüsse geschädigt oder durchtrennt wird. Meistens können Wunden von selbst abheilen, unser Körper bildet neues Gewebe. Mitunter kommt es dabei zu Narbenbildung. Bei grossflächigen und tiefen Wunden ist eine rasche ärztliche Versorgung notwendig, da ein Blutverlust von mehr als einem Liter tödlich sein kann.

Je grösser und tiefer eine Wunde ist, desto länger dauert es, bis sie abheilt. Auch die Gefahr einer Infektion ist dabei grösser. Wenn wir Probleme mit der Wundheilung haben, kann aus einer akuten Wunde eine chronische werden. Auch diese brauchen eine spezielle medizinische Behandlung.

In diesem Artikel erfahren Sie mehr zur Wundheilung, sowie über die Entstehung und Behandlung von Wunden. Weitere Themenbereiche dieser Serie sind die Wundbehandlung bei Kindern, sowie die Behandlung von Verbrennungen.

Wie können Wunden entstehen?

Bei akuten Wunden wird die Haut plötzlich von aussen geschädigt. Die Ursachen dafür können einerseits Verletzungen sein:

  • Schnittverletzungen
  • Abschürfungen
  • Bisswunden
  • Verbrennungen/Verbrühungen
  • Quetschungen

Andererseits kann die Verletzung auch medizinisch induziert sein im Rahmen einer Operation oder einer invasiven Untersuchung wie beispielsweise einer Biopsie.

Eine weitere Möglichkeit für die Entstehung von Wunden sind „vorsätzliche“ Verletzungen im Rahmen von Tattoos oder Piercings.

Bei gestörter Wundheilung können Wunden chronisch werden. Besonders häufig kommt dies bei Personen vor, welche an Venenerkrankungen oder Diabetes mellitus leiden.

Bei immobilen, bettlägerigen Patienten sind Druckgeschwüre (Dekubitus) ein gefürchtetes Risiko, da die oft grossflächigen Wunden kaum heilen und Nährboden für Infektionen bieten.

Wundinfektionen sind ebenfalls ein Grund, weshalb eine akute Wunde chronisch werden kann.




 

Phasen der Wundheilung

Direkt nach der Verletzung beginnt der Körper mit der Blutstillung durch Gerinnung. Bei kleineren Wunden fällt es nicht so ins Gewicht, aber wenn bei einer grösseren Wunde eine Störung der Blutgerinnung vorliegt, beispielsweise durch Proteinmangel, ist dringend ärztliche Hilfe notwendig. Ebenso, wenn ein*e Patient*in zur Vorbeugung von beispielsweise Herzinfarkten oder Schlaganfällen gerinnungshemmende Medikamente einnehmen muss.

Während der Blutgerinnung, welche im Fachjargon Hämostase genannt wird, entsteht das Eiweiss Fibrin, welches dazu dient, die Wunde zu verkleben und somit vor Schmutz und Bakterien zu schützen. Nach circa drei Tagen entsteht schliesslich ein Wundschorf, bei chronischen Wunden dauert diese Phase erheblich länger.

Meist ab dem zweiten Tag der Verletzung beginnt der Körper damit, neues Gewebe zu bilden. Die Wunde ist gut durchblutet und dunkler als die restliche Haut. Es ist wichtig, dass eine offene Hautstelle in diesem Stadium gut geschützt und vor zu viel Bewegung geschont ist. Die Phase der Gewebeneubildung sollte in ca. zwei Wochen abgeschlossen sein.

Danach beginnt die Umwandlung in Narbengewebe, die Wunde beginnt jeden Tag um einige Millimeter zu schrumpfen, bis sie geschlossen ist. Auch das Narbengewebe verändert sich mit Zeit und wird blasser und flacher. Kleine Wunden verheilen üblicherweise ohne bleibende Narbe, aber wenn tiefere Hautschichten zerstört wurden, kann sich die Haut nicht mehr komplett erneuern.

Komplikationen bei der Wundheilung

Das Risiko, dass es zu schlecht heilenden Wunden kommt, ist erhöht, je grösser und tiefer eine Wunde ist. Fremdkörper und Verunreinigungen können die Wundheilung ebenso stören, wie wenn die Wunde nicht geschont wird.

Die Einnahme bestimmter, vor allem immunsuppressiver Medikamente beeinflusst ebenso die Wundheilung wie ein zu hohes Körpergewicht oder Rauchen. Auch bei Mangelernährung und schlechtem Immunsystem brauchen Wunden länger, um abzuheilen.

Versorgungen von Schürfwunden

Achten Sie unbedingt auf saubere Hände bzw. das Tragen von Einweghandschuhen, wenn Sie eine Wunde versorgen. Dadurch wird sowohl die verletzte Person vor Krankheitskeimen geschützt als auch Sie selbst. Vermeiden Sie, die Wunde mit blossen Fingern zu berühren.

Anschliessend wird die Wunde gesäubert, entweder mit Trinkwasser, oder, falls vorhanden, mit einer Wundspüllösung. Fremdkörper aus der Wunde können mit einer Pinzette entfernt werden, achten Sie stets darauf, dass diese desinfiziert ist. Falls ein Fremdkörper sich nicht leicht entfernen lässt, sollte ein Arzt oder eine Ärztin die Entfernung vornehmen.

Sie können eine dünne Schicht desinfizierendes Wundgel auftragen, um die Wunde feucht zu halten, bei frischen Abschürfungen ist dies aber normalerweise nicht notwendig. Kleinere Schürfwunden heilen am besten unverdeckt an der Luft. Grössere Schürfwunden sollten mit einer sterilen Wundauflage abgedeckt und mit einem Verband fixiert werden. Achten Sie beim Anlegen des Verbandes darauf, dass die Wunde vollständig abgedeckt ist und nichts mit dem Verband verkleben kann.

Wechseln Sie den Verband regelmässig und achten Sie darauf, ob Rötungen und Schwellungen neu aufgetreten sind, was ein Hinweis auf eine Wundinfektion sein könnte, ebenso wie neu hinzukommende Schmerzen oder Fieber.

Erste Hilfe bei Schnittwunden

Saubere Hände bzw. das Tragen von Handschuhen sind auch hier enorm wichtig. Falls Schmutz in die Wunde gelangt ist, spülen Sie diese wie oben beschrieben, auch beim Entfernen von Fremdkörpern gehen Sie gleich vor.

Blutet die Wunde immer noch, drücken Sie für fünf bis zehn Minuten eine sterile Kompresse drauf und lagern die betroffene Körperstelle hoch, bis die Blutung gestillt ist. Gelingt das nicht, muss ein Druckverband angelegt und eine Ärztin bzw. Rettungsdienst verständigt werden.

Drücken Sie die Wundränder aneinander und schliessen Sie Wunde je nach Grösse mit einem passenden Pflaster oder mit Wundauflage und Verband. Tiefere bzw. auseinanderklaffende Wunden müssen vom Arzt durch Klammern oder Wundnähte versorgt werden. Auch Platzwunden am Kopf sollten ärztlich untersucht werden, um sicherzugehen, dass es zu keiner Verletzung des Gehirns, Mikrorisse im Schädelknochen etc. gekommen ist.

Auch hier sollte regelmässig ein Verbandswechsel und die Wundkontrolle durchgeführt werden, um eine Infektion auszuschliessen.

Weitere Verletzungen, bei denen umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden sollte:

  • Augenverletzungen
  • Tierbisse, insbesondere wenn sie nicht vom eigenen Haustier stammen
  • Stichwunden
  • Verletzungen der Genitalien
  • Verätzungen durch Chemikalien
  • Schwerere Verbrennungen
  • Es ist nicht geklärt, ob ein aufrechter Schutz vor Tetanus (Wundstarrkrampf) durch eine Impfung gegeben ist bzw. der Impfschutz ist abgelaufen.

Bei Tierbissen, Stichverletzungen und Zeichen einer Infektion ist häufig die Gabe von Antibiotika angezeigt.

Hausapotheke zur Wundversorgung

Für kleinere Zwischenfälle sollten Sie stets gerüstet und Ihre Hausapotheke dementsprechend mit aktuellem Verbandsmaterial ausgestattet sein. Natürlich ist es kein Drama, wenn die sterile Kompresse in der Originalverpackung ein paar Monate abgelaufen ist, aber beispielsweise lässt der Hafteffekt bei Pflastern über die Jahre nach und es ist ärgerlich, wenn man dies zu dem Zeitpunkt bemerkt, an dem man das Pflaster benötigt hätte. Deshalb sollten Sie stets den Inhalt Ihrer Hausapotheke überprüfen und aktuell halten. Ihr*e Drogist*in berät Sie gerne, welches Verbandsmaterial Sie stets zu Hause haben sollten. Viele Pflaster und Verbandsmaterialien finden Sie auch im reichhaltigen Sortiment von Puravita:

  • Kinderpflaster
  • Heftpflaster
  • Pflasterstrips in diversen Grössen
  • Wundkompressen
  • Gazebinden
  • Hydroverbände
  • Einmalhandschuhe
  • Desinfektionsmittel
  • Wund- und Heilsalbe

Autorin: Doris Gapp
Quellen: vitagate.ch

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