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Wasserfreie Kosmetik

Wasserfreie Kosmetik

Auch wenn unser Umweltbewusstsein in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat, so ist es immer noch für viele ein völlig selbstverständliches Gut: Wasser. Wir benötigen es zum Kochen, Spülen und Trinken – und über ein Drittel unseres Wassers wird täglich zum Duschen und für die Körperpflege benötigt. Aus diesem Grund sieht sich auch die Kosmetikindustrie in der Pflicht, nachhaltigere Produkte zu entwickeln, um den Wasserverbrauch zu reduzieren. Viele Firmen setzen daher vermehrt auf wasserfreie, feste bzw. wasseroptimierte Kosmetik. Lesen Sie in diesem Beitrag alles über die ressourcenschonende Kosmetik, welche Vorteile sie bietet und ob sie wirklich so ökologisch ist, wie dem Konsumenten versprochen wird.

Was ist wasserfreie Kosmetik?

Ohne Silikone, Parabene, künstliche Konservierungsstoffe... diese Schlagworte kommen uns aus der Kosmetikwerbung bekannt vor. Aber ohne Wasser? Wasser steht doch für Erfrischung, Hydration, nicht fettend... Das ist grundsätzlich schon richtig. Zum Schutz vor Umwelteinflüssen und Austrocknung benötigt unsere Haut jedoch in erster Linie Lipide. Diese Fettstoffe glätten die Haut und bewahren sie vor Feuchtigkeitsverlust. Der Grund, warum Wasser in der Kosmetik verwendet wird, ist vor allem die leichte Textur und der Einsatz als Lösungsmittel. So können Pflanzenextrakte, Fruchtsäuren etc. verdünnt werden, damit sie sich besser verteilen lassen. Wasserfreie Kosmetik ist dagegen hoch konzentriert. Bei den Inhaltsstoffen wird auf die genannten Lipide gesetzt, ebenso auf diverse Öle, Balms und Butter-Formulationen. Die wasserfreie Kosmetik hat ihren Ursprung in Südkorea, und ist seit 2015 zunehmend auch immer beliebter in Europa.

Welche Vorteile bietet wasserfreie Kosmetik?

Frei von schädlichen Konservierungsstoffen

Wasser ermöglicht Leben. Das klingt doch prima, oder? Ja, aber nicht, wenn es sich um Bakterien, Keime und Pilze in der Kosmetik handelt. Und genau das ist das Problem, weshalb man bei der Herstellung von wasserbasierter Kosmetik oft zu aggressiven Konservierungsmitteln oder Alkohol für die Haltbarkeit greifen muss. Diese Inhaltsstoffe haben manchmal zur Folge, dass sie vor allem von empfindlicher Haut nicht vertragen werden. Wasserfreie Kosmetik eignet sich daher ganz besonders für Personen, die mit Rötungen, Juckreiz und anderen allergischen Reaktionen auf herkömmliche Kosmetik reagieren.

Besonders geeignet für trockene, empfindliche Haut

Den Verdunstungseffekt von Wasser auf der Haut haben wir bereits angesprochen. Es klingt paradox, dass Wasser für weitere Austrocknung der Haut sorgen soll, aber es ist tatsächlich so. Durch die Verdunstung werden auch wichtige Wirkstoffe und Hautfette mitgenommen. Wasserfreie Kosmetik spendet der Haut ausreichend Feuchtigkeit und schützt vor Austrocknung. Vor allem in den kälteren Monaten ist das von besonderer Bedeutung.

Konzentrierte Formulierung, mehr Wirkstoffe

Vor allem in günstiger Kosmetik ist eine Menge Wasser enthalten als Füllstoff. Klarerweise sind dadurch weniger Wirkstoffe enthalten und die Kosmetik kann die erhoffte Wirkung nicht erreichen. Die wasserfreie Kosmetik ist viel konzentrierter und daher auch deutlich wirksamer in ihrer Anwendung. Daraus resultiert auch die Tatsache, dass feste Kosmetik meistens teurer ist. Zudem gilt sie als qualitativ hochwertiger als herkömmliche Kosmetik.

Ressourcen- und umweltschonend

Die wasserfreie Kosmetik reicht deutlich länger aus, muss daher nicht so oft nachgekauft werden und spart somit Verpackungsmüll. Zudem ist wasserfreie Kosmetik bei der Verpackung meistens deutlich umweltfreundlicher, weil für die festen Pflegemittel keine Plastikflasche oder –dose benötigt wird.

Was es dennoch zu bedenken gilt:

Auch wenn die Kosmetik frei von Wasser ist, wird für die Produktion und bei deren Verwendung trotzdem eine Menge Wasser verwendet, bzw. auch verschwendet. Da der Trend noch relativ neu ist, gibt es noch keine allgemeingültigen Richtlinien für die Produktion. Und natürlich benötigen auch die enthaltenen, natürlichen Inhaltsstoffe wie Pflanzen Wasser, um zu gedeihen. Auch hier muss in Zukunft noch verstärkt darüber nachgedacht werden, welche Anbaumethoden ökologisch sinnvoll sind und wo überall Wasser in der Produktionskette eingespart werden kann. Hinzu kommt, dass die Formulierung wasserfreier Kosmetik eine Herausforderung darstellt und die Endprodukte dennoch visuell ansprechend sein sollen. Und zu guter Letzt muss auch der Verbraucher dafür sensibilisiert werden, bei der Verwendung der Produkte Wasser zu sparen und verantwortungsvoll mit der Ressource umzugehen. Benötigt wird Wasser bei der Benutzung wasserfreier Kosmetik jedenfalls, denn die Produkte sollen auf die feuchte Haut, bzw. in feuchtes Haar gegeben werden.

Welche wasserfreie Kosmetik gibt es?

Feste Kosmetik

Dabei handelt es sich nicht wirklich um eine Innovation, zumal es Seifenstücke deutlich länger als Flüssigseife gibt. Aber auch Shampoo, Duschgel, Haarkuren und Bodylotion sind inzwischen als feste Stücke erhältlich, ebenso wie Deos. Bei den Anhängern der kompletten Müllvermeidung (zero waste) ist feste Kosmetik auch schon länger ein Thema, da diese verpackungsfrei angeboten werden kann.

Kosmetik in Pulverform

Zahnpasta, Deos oder Gesichtsmasken etc. sind auch in Pulverform erhältlich und werden vom Verbraucher zu Hause mit Wasser angemischt.

Austausch von Wasser in Kosmetik durch andere Inhaltsstoffe

Vor allem in hochwertiger Kosmetik wird das Wasser durch hochwertige Pflanzenstoffe, -säfte etc. ersetzt. Dabei bleibt Textur und Konsistenz wie gewohnt angenehm und die Haut erhält trotzdem maximale Pflege.

Autorin: Doris Gapp
Quellen: vitagate.ch, Drogerie Sonderegger
Bild von Freepik