Körpergeruch: Was tun bei starkem Schwitzen?
Jeder Mensch hat seinen typischen, eigenen Körpergeruch, den vor allem die Gene festlegen. Dieser sollte eigentlich nicht unangenehm wahrnehmbar sein. Durch Stress, Ernährungs- oder Hormonumstellung, aber auch bestimmte Krankheiten kann sich der Körpergeruch verändern. Auch Schweiss beginnt erst wahrnehmbar zu riechen, wenn er von Bakterien zersetzt wird. Dann ist es höchste Zeit, etwas gegen den Körpergeruch zu unternehmen.
In diesem Artikel erfahren Sie, wie unsere körpereigene Klimaanlage funktioniert, was unangenehmer Körpergeruch bedeuten kann und was Sie dagegen tun können, damit man Sie weiterhin gut riechen kann.
Warum schwitzen wir?
Die Kühlfunktion unseres Körpers macht uns unter den Lebewesen zu etwas Besonderem. Nur wenige Tiere, wie etwa Gorillas oder Pferde, haben Schweissdrüsen zur Regulation der Körpertemperatur. Auch wenn wir diese Funktion oftmals als lästig empfinden, so ist sie lebenswichtig.
Überall in unserer Haut befinden sich Schweissdrüsen, die höchste Dichte findet man an Fusssohlen, Handflächen und Achseln. Dort sitzen 20‘000 bis 30‘000 davon, normalerweise bemerken wir sie auch nicht. Damit unser Körper optimal funktioniert, hält er eine Temperatur von rund 37 Grad, bei manchen Menschen auch weniger. Wenn durch Sommerhitze, körperliche Arbeit oder Sport diese Temperatur überstiegen wird, sorgt das autonome Nervensystem dafür, dass die Schweissdrüsen ein Sekret absondern. Auf der Haut bildet der Schweiss einen dünnen Film und verdunstet, dies sorgt für den abkühlenden Effekt.
Hitze ist jedoch nicht der einzige Grund, der unseren Körper zum Schwitzen bringt, bestimmt kennen Sie feuchte Hände in Angst- oder Stresssituationen. Unser Körper schüttet die Hormone Adrenalin und Acetylcholin aus, welche durchblutungssteigernd wirken. Die Blutgefässe weiten sich, der Herzschlag beschleunigt sich und die Muskelspannung wird erhöht. Diese Funktionen waren für unsere Vorfahren lebensrettend: Trafen sie auf einen Feind, konnte schneller die Flucht angetreten werden.
Warum ist Schwitzen wichtig?
Natürlich ist die bereits genannte Funktion der Abkühlung sehr wichtig, aber der Schweiss hat noch zwei weitere wichtige Aufgaben:
Reinigung
Unser wichtigstes Ausscheidungsorgan ist die Leber, aber auch die Schweissdrüsen tragen viel zur Reinigung des Körpers bei. Der Hauptbestandteil (99%) von Schweiss ist Wasser, aber auch Abbauprodukte von Alkohol und Medikamenten, Harnstoff und andere Giftstoffe sind darin enthalten.
Schutz gegen Krankheitserreger
Schweiss hat einen pH-Wert von 4,5 und fällt somit unter "sauer". Zusammen mit den Pilzen und Bakterien, welche sich standardmässig auf unserer Haut befinden, bildet Schweiss eine wichtige Barriere gegen Krankheitserreger. Zudem wird mit dem Schweiss zusammen der Stoff Dermcidin ausgeschieden, welcher wie ein körpereigenes Antibiotikum wirkt.
Wie viel schwitzen wir?
Während manche Menschen bei 35 Grad gefühlt nur ein Tröpfchen Schweiss verlieren, scheint bei anderen der Schweiss richtiggehend aus jeder Pore zu schiessen. Die Hauptursache liegt in der Genetik, auch das Gewicht spielt eine Rolle. Wer mehr wiegt, muss mehr schwitzen, um den kräftigen Körper abzukühlen.
An einem Tag mit durchschnittlicher Temperatur und normaler Bewegung sondern unsere Schweissdrüsen rund 0,5 Liter Sekret ab, während wir an heissen Sommertagen oder beim Sport durchaus zwei Liter verlieren können.
Bei etwa 1 bis 2% der Bevölkerung stellt übermässiges Schwitzen ein grosses Problem dar, sie leiden unter Hyperhidrose.
Was ist eine Hyperhidrose?
Übermässiges Schwitzen unabhängig von Temperatur oder Tätigkeit hängt mit einer Überstimulation der Schweissdrüsen durch das autonome Nervensystem zusammen. Die Betroffenen leiden unter Schweissflecken auf ihrer Kleidung und unangenehmen Körpergeruch. Dieser entsteht, weil das ständige feuchte Milieu die Hornschicht der Haut aufweicht und es zu einer vermehrten Zersetzung von Bakterien kommt.
Wenn Sie glauben, an Hyperhidrose zu leiden, kann die dermatologische Facharztpraxis oder die Hyperhidrose-Sprechstunde in Klinik oder Krankenhaus weiterhelfen. Tritt übermässiges Schwitzen unvermittelt auf, gilt es auch, andere Krankheitsursachen auszuschliessen. Wenn Sie vermehrtes Schwitzen in Kombination mit Gewichtsabnahme oder Fieber an sich feststellen, sollten Sie auf jeden Fall ärztlichen Rat einholen.
Wird die Diagnose Hyperhidrose bestätigt, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Therapie:
- Aluminiumchloridhaltige Deos/Cremes zum Auftragen
- Medikamentöse Therapie
- Gleichstromtherapie
- Hemmung der Stimulation der Schweissdrüsen durch die Injektion von Botox
Weitere Tipps für Menschen, die viel schwitzen:
- Viel trinken
- Keine enganliegende Kleidung tragen
- Keine Kleidung aus Kunstfasern tragen
- Verzicht/Einschränken von Zigarettenkonsum und Alkohol
- Autogenes Training/progressive Muskelentspannung
Was tun gegen unangenehmen Körpergeruch?
Frischer Schweiss riecht bei einem gesunden Menschen maximal leicht säuerlich, aber nicht unangenehm. Höchstens in der Pubertät können Hormone dafür sorgen, dass bereits frischer Schweiss zu riechen beginnt. Auch stark gewürzte Nahrung, Knoblauch und Zwiebeln können den Eigengeruch deutlich verstärken. Manchmal sorgen auch bestimmte Krankheiten wie Diabetes, Nieren- oder Lebererkrankungen für eine Veränderung des Schweissgeruchs.
Nach einiger Zeit beginnt die Zersetzung des Schweisses auf der Haut durch Bakterien. Unter anderem entsteht hier Ameisen- und Buttersäure, welche für den unangenehmen, ranzigen Geruch verantwortlich sind.
Diese Tipps sorgen für mehr Frische:
- Stark behaarte Körperstellen rasieren, da sich in den Körperhaaren noch mehr Bakterien tummeln
- Übergewicht reduzieren
- An heissen Tagen luftige, atmungsaktive Kleidung tragen
- Genuss von scharfen und stark gewürzten Lebensmitteln reduzieren
- Körperhygiene einhalten
- Deos verwenden
Antitranspirantien oder Deos – gut gegen Schweissgeruch
Natürlich verspricht jeder Hersteller der Produkte Schutz gegen Achselgeruch, egal ob aus Discounter oder Drogerie, Naturkosmetik, Salzkristall oder Cremeprodukt.
In ihrer Wirkung gibt es zwischen Antitranspirantien und Deos jedoch einen entscheidenden Unterschied: Deos beinhalten Duftstoffe, welche den Schweissgeruch überdecken sollen. Antitranspirantien bestehen aus Aluminiumsalzen, welche die Ausgänge der Schweissdrüsen verengen und so für weniger Schweiss sorgen sollen.
Keine Sorge, Schweissdrüsen können dadurch nicht "verstopfen". Letzteres passiert hauptsächlich durch Entzündungen bei einer schlechten Rasur. Direkt nach dem Rasieren sollten deshalb auch weder Deo noch Antitranspirant aufgetragen werden, da es immer zu leichten oberflächlichen Hautverletzungen kommt.
Quelle: vitagate.ch
Autorin: Doris Gapp