Fasten
In der modernen Zeit gehört der zeitweilige freiwillige Nahrungsverzicht im Sinne von Detoxing und Entschlacken zum Lifestyle. Dieser Trend ist jedoch absolut nichts Neues: Bereits vor Jahrtausenden wurde aus religiösen und medizinischen Gründen gefastet. Auch heute gibt es noch in allen Weltreligionen Fastenzeiten, welche mehr oder weniger konsequent eingehalten werden.
Teilweise ebenso religiös-dogmatisch wird Entschlacken und Detoxing betrieben, es wird der Körper entsäuert und über die Fußsohlen durch Pflaster entgiftet. Durch ausführliche Beiträge in den Medien hat man eine hohe Erwartung an das Fasten – aber sind diese auch gerechtfertigt? Wir gehen in diesem Artikel dem Thema Fasten auf den Grund.
Was ist Fasten?
Fasten bedeutet einen freiwilligen Verzicht ganz oder teilweise auf feste Nahrung und Genussmittel etc. für einen festgelegten Zeitraum. Im Gegensatz dazu steht Hungern, denn hierbei ist der Nahrungsverzicht nicht freiwillig. Was während des Fastens erlaubt ist, hängt davon ab, für welche Fastenart man sich entscheidet.
Eine Fastenkur wirkt sich auch positiv auf das Körpergewicht aus, allerdings ist es keine geeignete Methode, um langfristig Gewicht abzunehmen, zumal im Anschluss oft wieder in die alten Essgewohnheiten zurückgefallen wird. Plant man jedoch, sich auch nach dem Fasten konsequent gesund und ausgewogen zu ernähren, kann eine Fastenkur ein guter und wichtiger Einstieg zum Abnehmerfolg sein. Falls Sie noch mehr Informationen zum Thema gesundes Abnehmen wünschen, empfehlen wir Ihnen unseren ausführlichen Blogartikel.
Vom Fasten verspricht man sich unter anderem auch heilsame Effekte bei folgenden Beschwerden:
- Chronischen Entzündungen
- Übergewicht, Bluthochdruck, Störungen von Zucker- und Fettstoffwechsel
- Psychosomatischen Erkrankungen
- Asthma, Neurodermitis, Allergien
Die beliebtesten Fastenarten im Überblick
Heilfasten
Die bekannteste Variante wurde vom Mediziner Dr. Otto Buchinger begründet. Hier wird meist für fünf bis sieben Tage völlig auf feste Nahrung verzichtet und nur auf kalorienarme Flüssigkeitszufuhr gesetzt.
Intervallfasten
Bei dieser Fastenart gibt es kaum Empfehlungen, was gegessen werden darf, nur wann: Beim 5:2 Fasten wird beispielsweise an fünf Wochentagen normal gegessen und an zwei Wochentagen nur sehr wenig Kalorien aufgenommen. Für das Intervallfasten gibt es unterschiedliche Modelle, die sich auch bei Berufstätigkeit gut in den Alltag integrieren lassen. Diese Fastenart kann auch dauerhaft durchgeführt werden und zeigt bei Abnehmwunsch auch länger anhaltende Erfolge.
F.X. Mayer-Kur
Die Nahrungsgrundlage bilden hier Semmeln und Milch.
Detoxing-Saftkuren
Es sind nur Wasser, Kräutertees, Obst- und Gemüsesäfte erlaubt. Eine mögliche Form ist auch das Molke-Fasten.
Basenfasten
Diese Fastenart soll einen übersäuerten Organismus wieder ins Gleichgewicht bringen. Deshalb sind hier nur basische oder basenbildende Nahrungsmittel erlaubt. Dazu gehören vor allem Gemüse, Salat, Obst und Hülsenfrüchte. Auch bis zu drei Liter Wasser sollen täglich getrunken werden.
Schroth-Kur
Hier ist die Aufnahme von 700 Kalorien täglich durch fettfreie, salzarme Ernährung erlaubt. Besonderheit: Es gibt drei „Trockentage“, an denen nur jeweils ein Glas Orangensaft getrunken wird. Danach folgen zwei grosse Trinktage mit bis zu zwei Liter Flüssigkeitsaufnahme und zwei kleine Trinktage mit maximal einem Liter.
Gibt es Risiken bei der Durchführung von Fastenkuren?
Das persönliche Wohlbefinden sollte immer im Vordergrund stehen und es sollte nichts erzwungen werden. Am besten führen Sie bereits vor einer geplanten Fastenkur ein ärztliches Gespräch und klären, ob es medizinische Einwände gegen das Fasten gibt. Kopfschmerzen sind sehr häufige Nebenwirkungen während der Durchführung einer Fastenkur.
Sie sollten Ihren Körper während des Fastens sehr genau beobachten, denn es können unter anderem auch folgende Gefahren und Risiken auftreten:
- Kreislaufstörungen, Schwindel, Übelkeit
- Herzrhythmusstörungen
- Verminderte Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit
- Anstieg der Harnsäure (Risiko für Gichtanfälle)
- Ungleichgewicht im Elektrolythaushalt
- Sehstörungen, ständiges Kältegefühl
Wenn Sie diese Symptome an sich feststellen, sollten Sie die Fastenkur unterbrechen und vor dem Weiterführen ärztlichen Rat einholen.
Für wen ist Fasten nicht geeignet?
Fastenkuren, bei denen auf feste Nahrung verzichtet wird, sind für Schwangere und Stillende, Kinder, ältere Personen, Patienten mit Diabetes Typ 1, Leber- und Nierenerkrankungen sowie Essstörungen auf keinen Fall geeignet. Auch bei Depressionen und Psychosen gibt es Vorbehalte.
In jedem Fall ist auch Vorsicht geboten, wenn das Fasten durch Einläufe, Abführmittel, Entwässerungsmedikamente oder Bittersalze unterstützt werden soll. Dieser Punkt sollte ebenfalls ärztlich abgeklärt werden.
Tipps für die erfolgreiche Fastenkur
Mit Einstiegstag beginnen
Starten Sie nicht damit, Ihrem Körper von heute auf morgen jegliche Nahrung zu verweigern. Beginnen Sie an den ersten beiden Tagen mit vermehrter Flüssigkeitsaufnahme und streichen Sie Nikotin, Koffein und Zucker. Stellen Sie Ihre Ernährung auf leicht Verdauliches um wie Cremesuppen, Salate, Reis- und Kartoffelgerichte.
Bewegung
Bewegung spielt eine grosse Rolle bei Fastenkuren, denn so wird dem Abbau von Muskelmasse entgegengewirkt und auch Kopfschmerzen und Kreislaufproblemen vorgebeugt.
Unwohlsein
Gegen das Frösteln hilft ein heisser Tee oder das Auflegen einer Wärmeflasche. Bei totalem Heisshungergefühl kann ein Löffel Honig gegessen werden, allerdings sollten Sie davon absehen, gegen das Hungergefühl Süssigkeiten zu verzehren.
Langsam wieder einsteigen
Ebenso wie zu Beginn der Fastenkur sollten Sie Ihren Körper schonend auf das Kommende vorbereiten. Das Bedürfnis nach einer „ordentlichen“ Mahlzeit kann sehr ausgeprägt sein, allerdings sollte langsam damit begonnen werden. Als erstes festes Essen kann ein geriebener Apfel konsumiert werden, auch pürierte Suppen sind gut geeignet. Mit Knäckebrot oder Zwieback, Joghurt, Quark oder Hüttenkäse kann der Speiseplan erweitert werden, um dann mit Reis- und Kartoffelgerichten zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung zurückzufinden.
Autorin: Doris Gapp
Quellen: vitagate.ch