Das Immunsystem von Kindern stärken
Spätestens, wenn das eigene Kind in den Kindergarten kommt, ist es gefühlt unentwegt verschnupft und bringt alle möglichen Infekte mit nach Hause. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn das kindliche Immunsystem muss die Abwehr erst lernen und trainieren. Mit jedem Infekt lernt es wieder einen neuen Erreger kennen und weiss künftig, wie man ihn bekämpfen kann. Das Kind vor jedem Infekt völlig abzuschirmen, ist also nicht sinnvoll. Eine Stärkung der kindlichen Abwehrkräfte hingegen sehr wohl, und wie das funktioniert, davon handelt dieser Blogartikel.
So entwickelt sich unser Immunsystem
Wir kommen nicht mit einem voll entwickelten Immunsystem zur Welt. Angeboren wurde uns die unspezifische Immunabwehr, die spezifische Immunabwehr muss sich jedoch bis zum ca. 10. Lebensjahr erst entwickeln. Weiterhin lernfähig bleibt die spezifische Immunabwehr auch für unser restliches Leben.
Bereits in der Schwangerschaft wird der Grundstein für ein funktionierendes Immunsystem gelegt. Auch aus diesem Grund sind die Empfehlungen für gesunde Ernährung, sowie Alkohol und Rauchen zu vermeiden, wirklich sehr wichtig. Durch eine ungesunde Lebensweise in der Schwangerschaft kann der Grundstein für nachfolgende Autoimmunerkrankungen beim Kind gelegt werden.
Den ersten richtigen Kontakt mit Bakterien hat das Kind bei der Geburt, wobei hier ein Unterschied besteht, ob es sich um Mikroorganismen der mütterlichen Vagina oder Hautbakterien bei einem Kaiserschnitt handelt. Es wird nach wie vor wissenschaftlich diskutiert, ob per Kaiserschnitt geborene Kinder ein erhöhtes Risiko für Autoimmunerkrankungen haben.
Auch das Stillen wird empfohlen, wo es möglich ist, für eine gute Immunentwicklung beim Kind. Die enthaltenen humanen Milch-Oligosaccharide (HMO) sorgen für eine Stärkung der Darmschleimhaut und in der Folge auch für ein gutes Immungleichgewicht.
Kindliche Immunabwehr stärken
Ab etwa dem zehnten Lebensjahr hat das Immunsystem mit dem wichtigsten Erregern Bekanntschaft gemacht. Bis dorthin sind acht bis zwölf Infektionen durchaus üblich und normal. Auch ein Schulkind hat noch mit bis zu acht Infektionen jährlich zu kämpfen. Fällt andauernd eine höhere Infektionsneigung auf, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden, da eine angeborene Immunschwäche bzw. ein Immundefekt vorliegen könnte.
Auch wenn die Infekte notwendig sind, so können Sie das Immunsystem Ihres Kindes mit einigen Tricks bei seiner Arbeit unterstützen und stärken.
Auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung achten
Frisches Obst und Gemüse gehören auf jeden Speisenplan.
Für eine normale Funktion des Immunsystems sind folgende Vitamine und Spurenelemente besonders wichtig:
- Vitamin A
- Vitamin B6 und B12
- Vitamin C
- Vitamin D
- Folsäure
- Eisen
- Zink
- Selen
Auch Fischmahlzeiten sind wichtig (mindestens 1 Mal wöchentlich) aufgrund der vor allem in Lachs, Sardinen und Forellen enthaltenen Omega 3-Fettsäuren.
Probiotika sind wichtig zum Aufbau des Darmmikrobioms, deshalb sollten auch Buttermilch, Joghurt, Sauerkraut etc. regelmässig verzehrt werden.
Auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme von ungesüsstem Tee, Wasser etc. ist zu achten.
Viel Bewegung an der frischen Luft
Auch wenn das Wetter nicht einladend wirkt, sollte ein kurzer Abstecher ins Freie gemacht werden. Achten Sie auf passende Kleidung Ihres Kindes, zu dick angezogen kommt es in Bewegung leicht ins Schwitzen und kann ebenso erkranken, als wenn es zu dünn angezogen ist. Matschhose, Gummistiefel und Regenjacke ist als Standardausrüstung notwendig. Im Sommer ist ein ausreichender Sonnenschutz wichtig, um Sonnenbrand und Sonnenstich zu vermeiden. Der Aufenthalt im Freien und im Sonnenlicht ist auch für die Vitamin D-Bildung essenziell. Ein Vitamin D-Präparat sollten Sie Ihrem Kind ohne ärztliche Rücksprache nicht eigenmächtig verabreichen.
Zeigt Ihr Kind Erkältungssymptome, lassen Sie es allerdings besser zu Hause, bis es wieder fit ist.
Auf richtige Hygiene achten
Regelmässiges Händewaschen mit Seife nach dem Kindergarten oder der Schule, nach dem Toilettengang, vor den Mahlzeiten, nach dem Kontakt mit Haustieren oder bei sichtbarer Verschmutzung ist notwendig und sinnvoll. Ständiges und übertriebenes Waschen hat jedoch den gegenteiligen Effekt, und auch Desinfektionsmittel sind im Umgang mit einem gesunden Kind nicht notwendig. Für die Hautpflege Ihres Kindes verwenden Sie am besten pH-neutrale, milde, für Kinder geeignete Shampoos, Duschgels, Badezusätze etc.
Zu wenig Schlaf macht krank
Diese Volksweisheit wurde inzwischen durch viele wissenschaftliche Studien bestätigt. Die empfohlene Schlafdauer richtet sich nach dem Alter des Kindes, aber auch nach dem individuellen Schlafbedarf. Eine Raumtemperatur von 16 bis 18 Grad sind optimal im Schlafzimmer für einen erholsamen Nachtschlaf.
Quicktipps für ein funktionierendes Abwehrsystem
- Setzen Sie Ihr Kind keinem Passivrauch aus
- Wechseln Sie regelmässig die Zahnbürste
- Setzen Sie Antibiotika und fiebersenkende Mittel sinnvoll und nach ärztlicher Rücksprache ein
- Geltende Impfempfehlungen sollten eingehalten werden
Autorin: Doris Gapp
Quelle: vitagate.ch, Drogerie Sonderegger, swissmom.ch
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